17
Jun
2011

In Kürze ist Schluss...

Auch wenn es hier um mich in der letzten Zeit sehr ruhig geworden ist, möchte ich mich noch mal zu Wort melden.
Ich denke, jetzt gibt es einen Abschluss...

Noch immer habe ich Angst. Ein Gefühl, was mittlerweile meinen Alltag beherrscht. Aber ich lerne damit umzugehen.

Die letzten Monate, insbesondere bis Ende April diesen Jahres, war eine furchtbare Zeit. Ich hatte im Dezember vom wochenlangen Krankenhausaufenthalt meines Mannes geschrieben. Alles was danach kam, topte das bis dahin Gewesene. Es war soweit, dass ich dachte, ich hätte ihn verloren. Sein Leben und dann auch uns.

Seit vorgestern ist es offiziell: Mein Seemann wird zum 1.8. an Land versetzt. Sein Körper ist für die Seefahrt nicht mehr einsetzbar. Er hat so viele OPs hinter sich und ist dem Tod in den vergangenen 10 Monaten gleich 4 Mal davon gekommen, sodass kein Schiff ausgestatt wäre, einen Narbenbruch o. ä. zu behandeln. Bis März hat er 40 Kilo Gewicht verloren und somit auch seinen Lebensmut und das Vertrauen in seinen Körper.

Heute kann ich guten Gedankens sagen: ES GEHT BERG AUF!

Mein Mann nimmt wieder zu, nimmt Hilfe an und führt Gespräche, die ihm helfen, das Erlebte aufzuarbeiten und er kommt wieder zu Kräften. Auch wir als Paar sind wieder glücklich und sind zu einer kleinen Familie gewachsen.
Alltägliches wie zum Beispiel eine Getränkekiste zu heben, muss zwar vorerst noch warten, aber in einiger Zeit klappt auch das wieder. Mein Mann ist jetzt geduldig.

Unsere Tochter und ich geben ihm Kraft, den Kopf nicht hängen zu lassen.

Ich möchte habe mich von meinen Leidensgenossinnen, den Seemannsbräuten, verabschiedet. Zum einen, weil ich nun keine Seemannsbraut mehr bin und zum anderen, weil ich diesen Schritt auch brauche, um mit der Zeit, die hinter uns liegt, abschließen zu können.

Auch wenn man den Teufel nicht an die Wand malen sollte... Jeder hat nur eine Gesundheit hat und das man diese, egal wo auf der Welt, zu schätzen wissen.

Wer auch immer meine Gedanken lesen sollte. Genießen Sie das, was Sie haben und halten Sie es fest, so fest Sie nur können.

4
Apr
2011

Angst

Seit Monaten habe ich Angst.

Ich möchte keine Angst mehr haben.

30
Nov
2010

...

Ich habe lange nichts von mir lesen lassen, aber heute habe ich mal ein paar Minuten Ruhe und berichte ich von meinen letzten Wochen...

Mein Mann ist am 01. Oktober in Glasgower Krankenhaus auf Gallensteine untersucht worden. Am 03.10 wurde er auf eigenem Wunsch nach Deutschland, ins Bundeswehrkrankenhaus eingeflogen. Noch in der Nacht wurde ihm sein Blinddarm, welcher sich verfault lose im Bauchraum befand, entnommen. Einen Tag später die nächste Not-Op bei der auch ein Teil des Dickdarms entfernt wurde. Eine Woche später war die nächste Not-OP. Wieder wurde ein Teil des Dickdarms und des Dünndarms entfernt. Sein Bauchraum war erneut entzündet, dazu eine Blutvergiftung und Kreislaufprobleme. Mein Seemann lag nach dieser OP über 2 Wochen auf der IntensivStation, davon 8 Tage im Koma und die ersten 2 Nächte stand es kritisch um ihn. Er wurde jeden Tag in den OP geschoben und rund um die Uhr überwacht.

Irgendwann wurde er wieder auf die normale Station verlegt, hatte dort aber eine Lungenembolie und verbrachte wieder einige Tage auf der Intensivstation.
Knapp 2 Wochen später wurde er nach Hause entlassen, aber hier zu Hause viel sein Kreislauf irgendwann wieder ab. Er musste noch mal 4 Tage ins Krankenhaus.
Jetzt habe ich ihn seit Donnerstag wieder zu Hause.

Was soll ich sagen??? Er war knapp 7 Wochen im Krankenhaus, hat über 30 Kilo abgenommen, hat nun einen künstlichen Dünndarmausgang, ist schwach und muss alle zwei Tage zum Arzt. Ich habe ihn zwei mal fast sterben sehen und hoffe, dass wir die ganze Geschichte gut verarbeiten werden. Ab kommenden Montag haben wir hierfür auch professionelle Hilfe.

In ca. 9 Monaten wird der Dünndarm wieder operativ an Dickdarm angeschlossen und nach einer weiteren Genesungszeit von einigen Monaten, darf er irgendwann wieder arbeiten.

Die Seefahrt hat für ihn ein Ende, da er sein Leben lang ein Bauchpatient bleiben wird und die medizinische Versorgung auf einem Schiff nicht in dem Umfang gewährleistet ist, wie er sie im Notfall brauchen würde. Eine Stelle an Land wird es möglich machen, dass er jeden Abend dann zu Hause sein kann.

Wir versuchen das Positive aus den letzten Wochen zu ziehen... Er wird die nächsten vielen Monate zu Hause sein und sieht unsere Tochter groß werden. In 3 Wochen ist ja auch schon Stichtag. Wir freuen uns riesig auf die kleine Maus, aber momentan macht mir die Zukunft auch eine Menge Angst.

Genieße jeden Tag... Was für ein nerviges Sprichwort. Aber es ist so. Ich hatte die letzten Wochen Angst. Eine Angst, die ich niemanden wünsche und auch mit niemanden teilen möchte. Ich hatte Angst um meinen Mann, um mich, um unser Baby und um unsere Zukunft.

Jetzt müssen wir nach vorne schauen...

14
Aug
2010

Was muss ich denken?

Wie muss ich reagieren, wenn man eine solche Nachricht erhält?

Darf ich so wütend sein?

Wie muss ich gerade denken?

Was muss ich nun tun?

Mein leiblicher Vater hat sich gestern morgen mit samt seinem Haus in die Luft gesprengt. Selbstmord.

Ich bin wütend.

Weiter kommen meine Gedanken nicht...

12
Aug
2010

Nun...

... sind wir schon fast 4 Wochen verheiratet. :o)

Wir hatten einen wunderschönen Tag mit einer sehr romantischen Trauung, kleinen Überraschungen von Freunden, einem leckeren 3-Gang-Menü, Kaffee trinken im Paradies, zufälligen weißen Tauben und Marshmallows über dem Feuer auf der Terrasse.

Es war ein toller Urlaub und hätte immer weiter so gehen können.
Aber der Alltag hat uns wieder. Mein Seemann ist auf einer kleineren Tour, bevor er ab September noch mal für drei Monate weg ist. Ich selbst bin wieder im Büro bzw. zu Hause, wenn es sich anbietet.

Über die Hälfte der Schwangerschaft ist vorbei und morgen gehts zum Ultraschall gucken. Mal schauen, ob es nun ein Rabauke oder eine Zicke wird.

5
Jul
2010

Geplant spontan?!

Es bleibt dabei... So ganz zu zweit.

Aber der eigentliche Plan wurde spontan gekippt und etwas verändert vorgezogen.

Am 16. Juli 2010 wird geheiratet.

Für uns, für unser Baby, für immer.

7
Jun
2010

Alles dran!

"Alles dran! Jetzt muss ER/ SIE nur noch wachsen... "

Sprachs Frau Doktor in der letzten Woche. Es ist so ein unglaubliches Gefühl. Mein Seemann ist mittlerweile Kinderwagenfachmann und ich bin, zwischen meinen extremen Ruhephasen, einfach nur fasziniert.

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Wir selbst kommen momentan kaum zur Ruhe. Am Donnerstag kommt nach monatelangem Warten endlich unsere neue Küche. Am Wochenende wurden die Vorkehrungen getroffen, daher heisst es gerade: Abwaschen in der Wanne, der alte Kühlschrank steht angeschlossen mitten im HWR, vor dem Gefrierschrank steht die neue Spülmaschine und das halbe Esszimmer steht mit Kisten voll. Ach ja, von den Fußtapsen die der Bauschutt aufs Laminat getragen hat, mal abgesehen, ist alles prima. Hört man meine Verzweiflung heraus?

1
Jun
2010

Plötzlich!

Seit Wochen freuen wir Mädels uns auf die Vernissage SILENCE by Klaus Thumser. Es wurden die Outfits besprochen, Treffpunkte abgemacht und für das immer sehr leckere hanseatische Buffet gehungert und heute erreichte mich nun:

Liebe Frau SiSa,

wir bedauern es sehr, Ihnen mitteilen zu müssen, dass die Vernissage am 01. Juni 2010 nicht stattfinden wird.
Gerade hat uns die Mitteilung erreicht, dass der Künstler Klaus Thumser gestern verstorben ist.


Ich bin mal wieder erschrocken, wie plötzlich es vorbei sein kann...
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Zuletzt aktualisiert: 17. Jun, 09:15

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